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Eltern fahren defensiver

 
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Thema: Fahrsicherheit: „Eltern fahren defensiver“

Über die sechs Todsünden im Straßenverkehr und den Sinn eines Fahrsicherheitstrainings sprechen wir mit dem Mitarbeiter Versicherungstechnik/Produktmanagement Kraftfahrt, Herrn Werner Riedel (51). Herr Riedel arbeitet seit 1975 für die Öffentliche.


Herr Riedel, wie viele Unfälle ereignen sich auf unseren Straßen?

Insgesamt musste die Polizei im Jahr 2008 rund 2,28 Millionen Unfälle aufnehmen, 2,3% weniger als im Jahr zuvor. Darunter waren 319 800 Unfälle mit Personenschaden (- 4,8%) und 1,96 Millionen Unfälle mit ausschließlich Sachschaden (- 1,9%). Im Jahr 2008 gab es 4467 Verkehrstote, Die Zahl der Verletzten bei Verkehrsunfällen ging auf rund 407.900 zurück.

Verzeichnen wir – im langfristigen Trend gesehen – bundesweit eher mehr oder weniger Unfälle im Straßenverkehr?

Betrachtet man die letzten Jahre, stellt man fest, dass die Anzahl der gemeldeten Verkehrsunfälle kontinuierlich rückläufig ist. Dies, obwohl die Verkehrsdichte und die Zahl der gefahrenen Kilometer in Deutschland permanent ansteigt. Die durchschnittlichen Kosten, die durch Verkehrsunfälle anfallen, steigen allerdings seit einigen Jahren.


Die Anzahl der Todesopfer im Straßenverkehr sinkt kontinuierlich. Was sind die Ursachen für diesen erfreulichen Trend?

Der anhaltende Rückgang der Verkehrsopferzahlen ist vor allem darauf zurückzuführen, dass auf deutschen Straßen immer mehr Autos mit einem hohen Sicherheitsstandard und einer innovativen Sicherheitstechnik unterwegs sind. Bereits Klein- und Mittelklassefahrzeuge sind heutzutage mit Airbags. Antiblockiersystem usw. ausgerüstet. Hinzu kommt die hohe Effizienz des Unfallrettungswesens in Deutschland.


Gibt es eine oder mehrere Gruppen, die statistisch gesehen, eher für ein größeres oder kleineres Unfallrisiko stehen? Ich denke da an Klischees, z.B. junge, unverheiratete Männer fahren riskanter als verheiratete junge Frauen mit kleinen Kindern. Stimmt das Vorurteil?


Fakt ist, dass insbesondere gerade junge Autofahrer zwischen 18 und 25 Jahren besonders häufig an Unfällen beteiligt sind, nicht selten mit tödlichem Ausgang. In dieser Altersgruppe verunglücken jährlich rund 120 000 Verkehrsteilnehmer, davon 1600 tödlich. Junge männliche Autofahrer sind häufiger in Unfälle verwickelt als weibliche. Meist sind fehlende Erfahrungen, hohe Risikobereitschaft und Selbstüberschätzung die Ursache. Aber auch hier ist ein rückläufiger Trend erkennbar.

Als Versicherer erkennen wir, dass z. B. bei Familien die Unfallhäufigkeit viel niedriger ist. Eltern haben nun mal ein verantwortungsbewussteres und defensiveres Fahrverhalten.


Was sind – generell gesprochen – typische Unfallursachen im Straßenverkehr?


Die sechs „Todsünden“ im Straßenverkehr sind:

  • überhöhte Geschwindigkeit
  • Alkohol und Drogen
  • zu geringer Sicherheitsabstand
  • riskante Überholmanöver
  • Selbstüberschätzung und mangelnde Fahrpraxis
  • Verstoß gegen die Gurtpflicht


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Was kann der einzelne Fahrer tun, um seine Fahrsicherheit zu erhöhen?

Neben dem Beherzigen und Einhalten der Verkehrsregeln trägt das Absolvieren eines Fahrsicherheitstrainings viel dazu bei, Unfälle zu vermeiden und die eigenen Fähigkeiten richtig einzuschätzen und zu beurteilen.


Gibt es in Sachen Fahrsicherheit Aktivitäten, die Ihr Haus fördert und unterstützt?

Natürlich möchten auch wir einen Beitrag zur Schadenprävention und zu mehr Sicherheit auf den Straßen leisten. Deshalb erhalten Autofahrer, die belegen können, dass sie an einem Fahrsicherheitstraining teilgenommen haben, für Ihren bei der Öffentlichen versicherten Pkw einen günstigeren Beitrag in der Kfz-Haftpflicht- und Kaskoversicherung.

Das Fahrsicherheitstraining darf aber nicht länger als 12 Monate zurückliegen und muss den Richtlinien des Deutschen Verkehrs-Sicherheitsrates entsprechen.


Was lernen die Teilnehmer dort konkret?


Bei einem Fahrsicherheitstraining lernen die Teilnehmer, Ihr Auto perfekt zu beherrschen. Dazu zählt  im Einzelnen:  

  • Erkennen und Vermeiden von Gefahrensituationen
  • Fahrphysikalische Grundlagen
  • Bremsen auf unterschiedlichen Belägen
  • richtiges Kurven fahren
  • Bremsen und Ausweichen bei unterschiedlichen Fahrbahnzuständen
  • erfahren der eigenen und der technischen Möglichkeiten und Grenzen


In der Regel wird bei einem Fahrsicherheitstraining mit dem eigenen Pkw gefahren.


In Niedersachsen wurde als Modellversuch das „begleitete Fahren mit 17“ eingeführt. Jugendliche können bereits mit 17 den Führerschein machen und in Begleitung eines Erwachsenen Auto fahren – wie stellt sich die Öffentliche zu diesem Thema?

Wir unterstützen diesen Modellversuch und sehen darin einen Beitrag zu erhöhter Verkehrssicherheit. Die Teilnehmer an dem Modellversuch verursachen weniger Unfälle und verstoßen seltener gegen Verkehrsregeln. Deshalb gilt ein reduzierter Versicherungsbeitrag, wenn ein Fahrzeug auch von Personen gefahren wird, die an dieser Ausbildung teilgenommen haben. Dieser Rabatt bleibt einem jungen Verkehrsteilnehmer auch erhalten, wenn er/sie selbst erstmals ein Auto versichert.


Mathias Bonn / 7.7.09


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