| Interview mit Toni Krinner | ||
Interview mit Toni Krinner (42), Trainer des Eishockey-Erstligisten EHC Wolfsburg zum erfolgreichen Saisonstart.
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Herr Krinner, der EHC ist mit 23 Punkten aus den ersten 13 Saisonspielen gut gestartet und belegt den sechsten Platz. Entspricht das Ihren Erwartungen?Gewünscht hatten wir es uns. Aber vor einer neuen Saison herrscht immer etwas Ungewissheit. Wir haben elf neue Spieler und zwei junge deutsche Torhüter. Mit unserer Ausbeute sind wir aber zufrieden. Wir sind in der Lage, enge Spiele für uns zu entscheiden.
Warum bewerten Sie dies höher als die grandiosen hohen Siege der vergangenen Saison? Vor einem Jahr hatte Ihr Team nach 13 Spielen zwar nur einen Punkt mehr als jetzt, aber mit 59:36 ein weitaus besseres Torverhältnis als das aktuelle mit 38:37 |
Kantersiege gibt es nur gegen Mannschaften, die es einem sehr leicht machen. Sie tun zwar ab und zu gut, verleiten aber zu Selbstzufriedenheit. Bei knappen Spielen ist das Team in allen Bereichen gefordert, muss 60 Minuten konzentriert spielen. In den Partien geht es um etwas, sie sind eine gute Schule für zukünftige große Aufgaben wie die Play-offs. Und da wollen wir hin.
Eine Ursache für die schwächere Torausbeute ist, dass mit Ken Magowan, DEL-Toptorjäger der Vorsaison, und Norm Milley zwei als Leistungsträger eingekaufte Stürmer nicht ihr Potenzial abrufen. Auch Neuzugang Radek Krestan, Torschützenkönig der 2. Liga, kam noch nicht zurecht.
Unsere Erwartungen an Radek sind ganz andere als in der 2. Liga. Wir erwarten von ihm nicht, dass er 20 Tore schießt, sondern hohe Laufbereitschaft und Zweikampfstärke. In der Vorbereitung hat er das nicht umgesetzt, nach einer klaren Ansage aber gut gespielt. Seit seiner Verletzung ist er in den alten Trott verfallen, aber das bekommen wir hin.
Bei Milley und Magowan handelt es sich um zwei der bestbezahlten Spieler. Da erwarten Sie sicherlich von vornherein mehr.
Das stimmt. Bei ihnen gibt es aber unterschiedliche Gründe. Ken bekommt als Toptorjäger von den Gegnern viel mehr Aufmerksamkeit als in der Vorsaison. Davor hatten wir ihn schon in der Vorbereitung gewarnt und gesagt, dass er künftig noch härter arbeiten muss für seinen Erfolg. Er hat aber fünf, sechs Punktspiele gebraucht, um das zu realisieren. Zuletzt hat er hart gearbeitet und nur etwas Pech gehabt. Wir brauchen seine Tore und geben ihm deshalb die volle Unterstützung.
Milley muss zum zweiten Mal zurück vom ersten in den vierten Sturm.
Weil es bei ihm andere Gründe hat. Mit seinen Fähigkeiten im läuferischen und technischen Bereich muss er sich mehr einbringen. Wir arbeiten auch mit ihm intensiv. Sein Problem ist zudem, dass er sich selbst zu viel Druck macht. Aber sowohl für Norm als auch für Ken gilt: Sie lassen sich nicht hängen.
Sie sprechen immer von wir und beziehen Ihren Co-Trainer Pavel Gross mit ein. Das deutet auf eine gute Zusammenarbeit hin.
Mit der bin ich sehr zufrieden. Pavel ist fleißig und kompetent. Es ist ein angenehmes Arbeiten mit ihm ohne große Kommunikationsprobleme.
Bei Ihnen beiden läuft der Vertrag am Saisonende aus. Können Sie sich vorstellen, mit ihm zusammen in Wolfsburg weiterzumachen?
Ganz klar: Ja!
Manager Charly Fliegauf sagt, dass es in der Länderspiel-Pause Mitte November erste Gespräche geben soll. Wie sehen Sie Ihre Zukunft?
Ich weiß, was ich am EHC und an der Organisation habe. Ich bin gern in Wolfsburg. Ich habe deshalb keinen Anlass, mir anderweitig Gedanken zu machen. Ich konzentriere mich zur Zeit voll und ganz auf das Sportliche.
Was erwarten Sie da für die laufende Saison?
Wenn unsere Leistungen konstanter werden und einige Spieler wieder effizienter, erreichen wir sicher den zehnten Platz. Dann bin ich auch überzeugt, dass wir in den Play-offs nicht nur mitspielen, sondern sogar eine gute Rolle spielen können.
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Stephan Dreyzehner
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