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Finanzkrise wirkt sich auch auf Ausbildung aus

Zum Start des neuen Ausbildungsjahres: Bundesweite Ausbildungsstudie für die Versicherungs- und Finanzdienstleistungsbranche mit neuen Ergebnissen


•    Forderung nach mehr Transparenz und Glaubwürdigkeit

•    Prognose: Anzahl der Bewerber wird in Zukunft sinken

•    Weniger Geld für Rekrutierungs- und Fördermaßnahmen


Die Vermittlung von Werten soll bei der Ausbildung von Finanzdienstleistern künftig mehr im Vordergrund stehen. Angesichts der Finanzkrise fordern Personalverantwortliche nicht nur eine Stärkung der fachlichen Qualifikation, sondern auch die Vermittlung von ethischen Normen wie Glaubwürdigkeit, Ehrlichkeit, Vertrauen und Seriosität. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse des „Ausbildungsatlasses Finanzdienstleistung“, einer bundesweiten Studie über Ausbildungs- und Berufswege in der Versicherungs- und Finanzdienstleistungsbranche, die in diesem Jahr zum zweiten Mal von der Öffentlichen Versicherung Braunschweig in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Klaus Merten aus Münster aufgelegt und zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres veröffentlicht wurde.


Die Studie gibt unter www.ausbildungsatlas.com Auskunft über die aktuelle Ausbildungssituation, informiert über die Qualifikation eines idealen Bewerbers und zeigt, wie in den Zeiten der Finanzkrise der Wettbewerb um die Talente geführt wird.


„Die meisten Befragten bedauern, dass die Finanzkrise negative Auswirkungen auf das Image ihrer Institute hat und dass das Vertrauen und die Risikobereitschaft der Kunden extrem beeinträchtigt wurde. Da verwundert es nicht, dass Finanzdienstleister verstärkt Werte vermitteln möchten, um mehr Vertrauen zu schaffen. So wollen sie ihre Verantwortungsbereitschaft und Beratungskompetenz stärken und für mehr Transparenz sorgen“, kommentiert Michael Doering, Vorstandsvorsitzender der Öffentlichen Versicherung Braunschweig das Ergebnis.


Hohe Ausbildungsbereitschaft – zukünftig jedoch sinkende Bewerberzahlen

Die gute Nachricht: Die Finanzkrise wirkt sich nicht negativ auf das Ausbildungsverhalten der Finanzdienstleister aus. Im Gegenteil – auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bieten Versi¬cherungen und Kreditinstitute den Karriereeinstieg in ein interessantes und vielfältiges Be¬rufsfeld. Bei 80 Prozent der befragten Unternehmen finden interessierte Berufseinsteiger Ausbildungsplätze und Traineeships. Die Bewerberzahl liegt 2009 im Durchschnitt bei 236 Interessierten pro Unternehmen. Davon werden bei den befragten Unternehmen durch¬schnittlich 21 Bewerber, also jeder elfte (9,0%), eingestellt. „Bei der Öffentlichen Versiche¬rung waren es in diesem Jahr 883 Bewerber, von denen wir 47 eingestellt haben“, so Michael Doering. Der Wettbewerb der Berufseinsteiger um die besten Stellen wird sich in Zukunft et¬was entspannen. Denn die Ausbildungsverantwortlichen gehen mit 57,2 Prozent noch stärker als die Vorjahresbefragten (52,4%) davon aus, dass die Zahl der Bewerber in Zukunft abneh¬men wird.


Der ideale Bewerber: Abitur – und sozial engagiert

Die besten Chancen haben Abiturienten. Privatbanken, Sparkassen und Versicherungen öffnen ihre Ausbildungstüren zum überwiegenden Teil nur noch Abiturienten. Realschüler finden die günstigsten Einstiegsmöglichkeiten bei den Genossenschaftsbanken und in Vermögensberatungen. Völlig überraschend – und so in der Vorjahresstudie überhaupt nicht erwähnt – ist die Forderung nach einem sozialen Engagement als Einstiegsqualifikation. Im¬merhin 16,9 Prozent der Gesamtbefragten erwarten von ihren Berufseinsteigern gemein¬nütziges Handeln.


Neben der Fachkompetenz (39,7%) erwartet man von einem idealen Bewerber vor allem kommunikative Fähigkeiten (25,1%). Zu diesem Ergebnis kam bereits die Vorjahresstudie. Bei der Frage nach den speziell im jeweiligen Unternehmen erwünschten Qualifikationen jedoch überwiegen in diesem Jahr vertrauensbildende Tugenden, allen voran Seriosität, Teamfähigkeit und Kommunikation (insgesamt fast 90%). Demgegenüber nimmt die explizite Nennung klassischer Größen wie Denken und Fachkompetenz im Vergleich zu 2008 deutlich ab. Ein mögliches Zeichen dafür, dass die Ausbildung unter dem Eindruck der Finanzkrise stärker auf Vertrauensbildung ausgerichtet zu sein scheint.


Der Finanzdienstleister der Zukunft

Auch in Zukunft ist die Kommunikationskompetenz (37,9%) der Bewerber noch vor der Fach¬kompetenz (23,4%) entscheidend für eine Karriere im Finanzdienstleistungsbereich. Natürlich müssen die Finanzdienstleister von morgen (fachliche) Wissensbestände mitbringen. We¬sentlich ist jedoch, dass sie die Aufgaben des Berufes auch mit kommunikativen Fähigkeiten wie einer sprachlichen Ausdrucksfähigkeit, einem seriösen Auftreten und einer interkul¬turellen Kompetenz meistern.


Finanzkrise prägt Wettbewerb um die Talente

Beim Wettbewerb um die Talente wirkt sich die Finanzkrise direkt aus: So zeigt es sich, dass in allen Bereichen Recruiting-Maßnahmen zurückgefahren werden. Gehörten in der Vorjah¬resbefragung Nachwuchsförderprogramme noch zu den bevorzugten Maßnahmen zur Rekru¬tierung guter Bewerber (Gesamt: 8,8%), so ist für 2009 festzustellen, dass sie nur noch vereinzelt zum Einsatz kommen (4,7%). Auch Info-Veranstaltungen wurden weniger häufig genannt als im Vorjahr (2009:18,5%; 2008: 27,8%). Geld wird bei der Mitarbeitersuche vor allem für Werbe- und Marketingaktionen ausgegeben sowie für Vorstellungsveranstaltungen an Hochschulen, obwohl auch hier der Anteil im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist. Viele Unternehmen scheinen demgegenüber den günstigeren und effektiven Weg über Praktika zu bevorzugen: Dieser Anteil stieg von 7,9 Prozent im Vorjahr auf aktuell 21,1 Prozent.


Bei der Mitarbeiterbindung lassen sich ebenfalls Auswirkungen der Finanzkrise feststellen. Der Anteil der Unternehmen, die 2009 gar nichts in diese Richtung unternehmen (19,8%) ist fast doppelt so hoch wie im Vorjahr. Hinzu kommt, dass soziale Vergünstigungen um knapp die Hälfte weniger eingesetzt werden als im Vorjahr (2009: 8,6%; 2008: 15,2%). „Auch hier folgt die Öffentliche nicht dem Trend. Nach wie vor gehören wir auch im Hinblick auf die außertariflichen Leistungen zu den mitarbeiterfreundlichsten Arbeitgebern in der Region“, kommentiert Michael Döring. „Dabei ist unser Engagement für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie hervorzuheben, welche die Öffentliche im besonderen Maße fördert.“


Lebenslanges Lernen in Form von Fortbildungen gehört jedoch nach wie vor zu den wesent¬lichen Anforderungen des Berufsfeldes (8,7 auf einer Skala von 10 möglichen Punkten). Wie 2008 dominieren bei den Fortbildungsveranstaltungen die fachspezifischen Seminare.


Braunschweig/Hannover: Hidden Champion

Keine Änderungen ergeben sich bei den Bewertungen zur Attraktivität der Standorte. Nach wie vor sind Frankfurt mit 8,4 von 10 möglichen Punkten und München (8,2 Punkte) Spitzen¬reiter auf der Liste der attraktivsten Finanzstandorte; gefolgt von Hamburg (7,7) und Berlin (7,6). Doch es gibt auch Wahrnehmungen, die nicht der Realität entsprechen. So belegt die Region Hannover/Braunschweig im Hinblick auf die Bewertung des Standortes den vorletzten Platz, obschon sich die Region in punkto Arbeitsplätze zu einem der größten Standorte der Republik entwickelt hat. Zudem hat die Region in Sachen Bildungskooperationen mit Univer¬sitäten und Fachhochschulen deutlich mehr zu bieten als andere Regionen. Michael Doering zu diesen Ergebnissen: „Die Metropolregion Braunschweig/Hannover ist ein klassischer „Hid¬den Champion“. Wir werden die Studienergebnisse nun konkret für die bessere Vermarktung dieses attraktiven und finanzstarken Standorts nutzen.“


Über die Öffentliche Versicherung Braunschweig:

Die Öffentliche Versicherung Braunschweig blickt auf 255 Jahre Unternehmensgeschichte zu¬rück und ist in ihrem Geschäftsgebiet unangefochtener Marktführer. Das Geschäftsgebiet um¬fasst das ehemalige Land Braunschweig mit ca. 800.000 Einwohnern. Mehr als 1.000 Mitarbei¬terinnen und Mitarbeiter betreuen in über 150 Geschäftsstellen in acht Bezirksdirektionen etwa 400.000 Kunden – und damit nahezu jeden zweiten Einwohner im Braunschweiger Land. 2007 wurde das Unternehmen von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen mit dem Grund¬zertifikat audit berufundfamlie® als familienfreundliches Unternehmen ausgezeichnet.

www.ausbildungsatlas.com

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