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Betriebliche Altersversorgung

2009_11_06_pm_altersvorsorge

Nur jeder Fünfte spart für die Betriebsrente – Frauen deutlich unterrepräsentiert

Obwohl der Staat schon 2002 dafür gesorgt hat, dass jeder Arbeitnehmer einen Anspruch auf eine betriebliche Altersversorgung (bAV) hat, zahlt bisher nur jeder fünfte über seinen Arbeitgeber in die Betriebsrente. Das ergab eine Studie der psychonomics AG im Auftrag der Öffentlichen Versicherung Braunschweig. Auffällig ist, dass der Anteil bei jungen Menschen unter 30 Jahren deutlich kleiner ist.

So zahlen gerade einmal 12 Prozent dieser Altersgruppe in eine Betriebsrente ein. Auch der Unterschied zwischen Männern und Frauen ist groß: 24 Prozent der Männer, aber nur 15 Prozent der Frauen machen mit.


Einkommensschwache sparen seltener


„Auffällig ist auch die Differenz bei den Einkommen“, erläutert Matthias Libske, Experte für Altersvorsorge bei der Öffentlichen. Liegt das Haushaltseinkommen unter 1.250 Euro, geben nur vier Prozent an, eine bAV zu haben. Dagegen hat ein Viertel der Befragten mit einem Einkommen von mindestens 2.000 Euro einen Vertrag. Unterschiede gibt es auch zwischen alten und neuen Bundesländern: 13 Prozent der Ost- und 21 Prozent der Westdeutschen haben einen Vertrag.

Betriebsrente spart Steuern und Sozialabgaben


Matthias Libske wundert sich über die verhaltene Nachfrage. Das Sparen für die Betriebsrente habe doch enorme Vorteile. „Der Arbeitnehmer sorgt nicht nur für sein Alter vor, sondern kann auch noch Steuern und Sozialabgaben sparen.“ Der Beitrag wird nämlich vom Arbeitgeber direkt aus dem Bruttogehalt eingezahlt. Bis zu 2.592 Euro im Jahr sind somit steuer- und sozialversicherungsfrei, in den meisten Fällen sogar noch weitere 1.800 Euro steuerfrei. Wie viel der Arbeitgeber jeweils vom Bruttogehalt für die Betriebsrente überweist, entscheidet der Mitarbeiter selber. Also ist die bAV auch für Berufsanfänger und Arbeitnehmer mit kleinerem Einkommen nicht nur notwendig, sondern auch sinnvoll und machbar.


Zu viele kennen ihren Anspruch nicht


Libske glaubt, dass ein Grund für die geringe Verbreitung auch darin liegt, dass viele gar nichts von ihrem Anspruch wissen oder die Arbeitgeber keine bAV anbieten. So geben lediglich 39 Prozent der Befragten an, dass ihr Arbeitgeber die Möglichkeit zur bAV anbietet. Häufig versäumen es aber auch die Arbeitgeber oder Betriebsräte, ihre Mitarbeiter und Kollegen zu informieren. Immerhin 37 Prozent und damit mehr als ein Drittel der Befragten wurde bislang noch gar nicht mit dem Thema betriebliche Altersversorgung konfrontiert. Matthias Libske empfiehlt, sich in der Personalabteilung schlau zu machen. „Bietet der Arbeitgeber keine bAV an, so muss er auf Anfrage aber dafür sorgen.“ Die Betriebe stünden dem Thema durchaus aufgeschlossen gegenüber, zumal auch sie von der Sozialversicherungsfreiheit der Beiträge profitieren. Viele Arbeitgeber würden aber erst tätig, wenn die Mitarbeiter sich meldeten.



 Quelle: Psychonomics, dritte Erhebungswelle des Kundenmonitors Assekuranz 2009; 990 zufällig ausgewählte berufstätige Personen ab 14 Jahren – keine Selbstständigen und Beamten – bundesweit.


 

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