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Sicherheitstipps für Heimwerker

Per Du mit Bohrer und Säge

Das Fahrrad reparieren, Wände neu tapezieren oder einfach nur einen Nagel in die Wand schlagen: Heimwerken ist ein beliebtes Hobby, aber auch ein gefährliches. In Deutschland verunglücken jährlich etwa 300.000 Heimwerker. Die Art der Unfälle ist vielfältig – von Schnittwunden bis hin zu Sturzverletzungen. „Dennoch können Bastler vielen Gefahren aus dem Weg gehen, wenn sie einige Grundregeln beachten“, erklärt Heinz-Günter Sievers, Unfallexperte bei der Öffentlichen Versicherung Braunschweig.

Bevor man zu Werkzeugen wie Bohrmaschine oder Winkelschleifer greift, ist ein aufmerksamer Blick in die Bedienungsanleitung Pflicht. Auch die darin enthaltenden oder auf dem Gerät angebrachten Warnhinweise sollte man stets ernst nehmen. „Es heißt nicht umsonst: Übung macht den Meister“, betont Sievers. „Kaum jemand benutzt zum Beispiel regelmäßig eine Kreissäge. Üben Sie den sicheren Umgang damit, bevor Sie sich an ein größeres Projekt wagen.“ Schließlich sei dann auch das Ergebnis der Arbeit besser.

Neben hochwertigen Werkzeugen darf in der heimischen Werkstatt auch die passende Schutzausrüstung nicht fehlen. Wenn Funken und Späne fliegen, ist eine Schutzbrille unerlässlich. Ebenso sollte darauf geachtet werden, dass keine brennbaren Stoffe in der Nähe liegen. Ein Mund- bzw. Atemschutz ist bei der Arbeit mit Farben oder anderen Chemikalien ratsam. Lautstarkes Gerät wie Motorsäge oder Schleifmaschine sollte man nur mit Gehörschutz bedienen. Schutzhandschuhe sind hingegen nicht immer ratsam, sagt Heinz-Günter Sievers: „Kreissägen oder ähnliche Geräte können den Handschuh erfassen – und damit die ganze Hand.“ Um nicht hängen zu bleiben, sollte man zudem eng anliegende Kleidung tragen.

Ein Stuhl ist keine Leiter

Sicher arbeiten kann nur, wer sicher steht. Deshalb rät der Experte, feste Schuhe zu tragen, Leitern sorgfältig aufzustellen und auf herumliegendes Werkzeug und hängende Kabel zu achten. „Jeder fünfte Heimwerker-Unfall ist ein Sturz“, so Sievers, „Eigenkonstruktionen aus Tischen, Kisten oder Stühlen sind besonders unfallträchtig und deshalb in jedem Fall tabu.“

Zum sicheren Heimwerken gehört außerdem, den Körper nicht übermäßig zu belasten. Es ist gesünder, schwere Gegenstände aus den Knien zu heben statt mit gebeugtem Rücken, und beim Tragen sollte der Körper aufrecht bleiben. Wenn es zu schwer wird, erleichtern Sackkarren oder Tragegurte die Arbeit. Wenn sich Zwangshaltungen oder ungewohnte Positionen nicht vermeiden lassen, etwa bei Arbeiten über Kopf, entlasten regelmäßige Pausen den Körper. Diese tragen auch zur Sicherheit bei, denn mangelnde Konzentration zählt ebenfalls zu den häufigsten Unfallursachen.

Um vorzusorgen, falls trotz aller Vorsicht etwas passiert, empfiehlt Heinz-Günter Sievers eine private Unfallversicherung. Sie trägt nach Unfällen zur finanziellen Absicherung bei, etwa durch Tagegelder bei vorübergehender Arbeitsunfähigkeit. Bei dauerhaften Beeinträchtigungen wird eine Invaliditätsleistung gezahlt. Das Fazit des Experten: „Eine Unfallversicherung ist im Ernstfall viel wert. Doch Sie können auch viel dafür tun, dass es gar nicht so weit kommt.“

 

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