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Schulbeginn in Niedersachsen
Erstklässler gehen mit Sicherheit neue Wege
Am 07. August sind die neuen ABC-Schützen in Niedersachsen wieder unterwegs und gehen im wahrsten Sinne des Wortes neue Wege. Die erste Generalprobe sollten sie dann bereits absolviert haben: „Eltern empfehlen wir mehrfach gemeinsam mit ihren Kindern den Schulweg zu gehen – am besten schon vor dem ersten Schultag“, so Melanie Mayr von der Öffentlichen Versicherung Braunschweig.
Im Verkehr fällt es Kindern schwer, den Überblick zu behalten und Gefahren rechtzeitig zu erkennen. Geschwindigkeiten und Entfernungen schätzen sie oft falsch ein, und sie lassen sich leicht ablenken. So verunglückten im Jahr 2009 in Deutschland fast 31.000 Kinder im Straßenverkehr, 91 davon sogar tödlich (Quelle: Statistisches Bundesamt). Über ein Drittel – und damit die größte Gruppe – verunglückte als Mitfahrer im Auto. Mit dem Fahrrad sollten Grundschüler frühestens mit acht Jahren und nach der Radfahrausbildung der Verkehrswacht zur Schule kommen: Denn erst in diesem Alter sind sie in der Lage, beispielsweise die Spur zu halten, mit einer Hand zu fahren und gleichzeitig den Verkehr um sich herum richtig einzuschätzen. Aber auch der Fußweg zur Schule oder zum Bus birgt Gefahren.
Unübersichtliche Wege meiden
Bei der Wahl des Wegs sei nicht die Kürze, sondern die Sicherheit entscheidend, betont Mayr „Wenn das Kind eine Fußgängerampel nutzen kann, statt an einer unübersichtlichen Stelle über die Straße zu gehen, ist das einen Umweg wert.“ Eltern sollten darum verschiedene Wege testen. Straßen sollten nur an Ampeln, Zebrastreifen, Mittelinseln und übersichtlichen Stellen überquert werden. An Ampeln ist es wichtig, auch auf abbiegende Fahrzeuge zu achten. Eltern sollten ihren Kindern beibringen, am Zebrastreifen zu warten, bis eine ausreichende Lücke im Verkehr entsteht, dann Blickkontakt mit dem Autofahrer aufzunehmen und erst loszugehen, wenn alle Fahrzeuge stehen. Der Nachwuchs sollte grundsätzlich innen auf dem Fußgängerweg und nicht am Straßenrand gehen. Melanie Mayr rät: „Auch im Straßenverkehr wird man aus Erfahrung klug: So können Eltern beispielsweise öfter mal das Auto stehen lassen, um zu Fuß mit ihrem Kind das Verhalten im Umgang mit anderen Verkehrsteilnehmern zu trainieren.“
Unter Zeitdruck sinkt die Achtsamkeit des Kindes. Deshalb gilt: lieber den Wecker etwas früher stellen und sich in Ruhe auf den Schulweg machen. „Sicherheit bedeutet auch Sichtbarkeit“, erklärt Mayr. Um den Sprössling vor Unfällen zu schützen, seien Tornister und Kleidung in leuchtenden Farben und mit Reflektoren ein Muss. Da sich Kinder im Straßenverkehr noch nicht sicher bewegen, ist es umso wichtiger, dass sie den übrigen Verkehrsteilnehmern auffallen.
Übrigens: Hat das Kind auf dem Schulweg oder in der Schule einen Unfall, greift die gesetzliche Unfallversicherung. Zusätzlich können Eltern eine private Kinderunfallversicherung abschließen, denn diese schützt nicht nur auf dem Schulweg, sondern auch in der Freizeit, beispielsweise beim Toben mit Freunden auf dem Spielplatz.
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