Von dem großen Wir-Gefühl in Stadt und Landkreis Wolfenbüttel ließ sich die Gruppe am neuen Standort überzeugen. "Hier haben wir zwei Drittel mehr Fläche", sagte die Fachbereichsleiterin. Erstmals werde es dadurch möglich, die Sortierung der gespendeten Lebensmittel und die Ausgabe an einem Ort zu bündeln. "Bislang läuft die Sortierung am Exer, was viel Fahrerei mit sich bringt." Den Ausbau des neuen Standorts übernahmen ganz viele Firmen ohne Bezahlung.
"Dieses Signal und vor allem die schnelle Umsetzung haben mir meinen Glauben an das deutsche Handwerk zurückgegeben", betonte Wilhelm Schmidt. Er hob den Einsatz der Betriebe König, Klauenberg und Musiol hervor, die innerhalb von vier Wochen aus dem Rohbau ausgesprochen Ansehnliches gemacht haben. Die Firma GS Gabelstapler stiftete zudem ein nagelneues Fahrzeug für den Paletten-Transport, und Aldi-Nord baute gebrauchte Regale und Kühltruhen ein, die bei der Modernisierung eines Geschäftes übrig blieben.
Überhaupt sei die Spendenbereitschaft beeindruckend, ergänzte Frederike Schwieger. Alle Supermärkte in Stadt und Landkreis seinen mittlerweile dabei – auch der neue Marktkauf. "Vor dort bekamen wir kürzlich 40 Kisten Kühlware. So viel hatten wir noch nie auf einmal." Bemerkenswert auch der Einsatz von Altstadtbäcker Richter: "Wenn wir ihm abends unsere Bedarfsliste schicken, haben wir am nächsten Morgen die Ware da."
Die Gäste zeigten sich erkennbar beeindruckt von den Informationen dieses Rundgangs. "Das ist ein tolles Beispiel eines erfolgreichen Gemeinschaftsprojektes", betonten Lars Dannheim (BLSK-Privatkundenvorstand) und Marc Knackstedt (Vorstandsvorsitzender der Öffentlichen). Dies zu unterstützen, sei für beide Einrichtungen selbstverständlich. „Als BLSK ist es nicht nur unser Auftrag, Menschen die Teilhabe zu ermöglichen, es ist uns auch eine Herzensangelegenheit", erklärte Lars Dannheim. "Da zu helfen, wo Hilfe dringend gebraucht wird, war für uns schon immer eine Selbstverständlichkeit und deshalb freue ich mich, dass wir mit unserer Spende an die Wolfenbütteler Tafel dazu beitragen können, Menschen zu unterstützen.“
Marc Knackstedt ergänzte, das alte Braunschweiger Land stehe schon immer im Fokus von Bankhaus und Versicherer: "Das ist sogar in unserer Satzung als öffentlich-rechtliche Einrichtungen verankert." Aus diesem Grund fördern beide bereits eine ganze Reihe von Tafeln in der Region. "Dass die Wolfenbütteler Tafel des Roten Kreuzes nicht irgendwo am Ortsrand untergebracht ist, sondern in der Fußgängerzone, also quasi in der Mitte der Gesellschaft, finde ich besonders bemerkenswert." Die Tafel-Kunden müssten sich ohnehin schon durchs Leben kämpfen. "Da darf man sie nicht auch noch stigmatisieren – für mich ist die Lage dieser Tafel auch ein Teil der Wertschätzung."